Seit es Menschen gibt, gibt es auch Migration, denn Migration heißt nichts anderes als Wanderung. Die Gründe der Menschen ihr gewohntes Umfeld zu verlassen, waren in der frühen Menschheitsgeschichte meist ökonomischer Natur. Dabei spielten früher häufig klimatische Gegebenheiten wie beispielsweise die Eiszeit oder auch Zeiten mit Dürreperioden mit den damit
verbundenen Veränderungen auf die Tier- und Pflanzenwelt zu den ersten Gründen unserer Vorfahren, das ihnen bekannte Terrain zu verlassen.
Wenn man in der heutigen Zeit von Migration spricht, dann meint man damit in erster Linie die ländergrenzüberschreitenden Wanderungen von Menschen, wobei die Gründe der Migration im Laufe der Geschichte nicht immer nur ökonomischer sondern zunehmend auch kultureller, politischer oder sozialer Natur waren und sind.
In der Regel verlassen Menschen ihr Geburtsland, um für sich und ihre Nachkommen die Chance auf eine bessere Zukunft anzustreben, sei es durch eine verbesserte Arbeits- und Bildungssituation, durch die Flucht vor politischer Verfolgung, Naturkatastrophen oder Kriege.
Die Grenzen zwischen legaler und illegaler Migration sowie erzwungener und freiwilliger Migration sind dabei manchmal fließend und nicht immer deutlich.
Wird der Begriff „Migrant“, „Migrantin“ oder „Migranten“ in der Öffentlichkeit und in der Presse verwendet, ist nicht immer klar definiert, welche Person oder Personengruppe man damit genau meint. Das liegt unter anderem auch daran, dass der Prozess der Migration nach Deutschland mit Erhalt des deutschen Passes keineswegs abgeschlossen ist.
„Personen mit Migrationserfahrung“ so nennt man der allgemeinen Definition nach Menschen, die unmittelbar und aktiv selbst zugewandert sind.
Für Migranten und Migrantinnen der zweiten und dritten Generationen von Familien, die einst zugewandert sind, wird im offiziellen Sprachgebrauch der Begriff „Personen mit Migrationshintergrund“ verwendet, auch wenn diese Folgegeneration manchmal ihr Ursprungsland gar nicht mehr persönlich kennt. Mit diesem Begriff versucht man alle Menschen, die von einer anderen Kultur
geprägt sind, weil sie selbst oder eine Vorgängergeneration nach Deutschland zugewandert sind, zusammenzufassen, egal, ob sie einen deutschen Pass besitzen oder nicht. Zu der Kategorie der „Personen mit Migrationshintergrund“ werden auch die gezählt, die einen Elternteil mit Migrationshintergrund haben und einen ohne.
Dagegen sind Personen, die deutsche Eltern haben, aber im Ausland geboren und manchmal lange Zeit in einer völlig anderen Kultur gelebt haben oder mit dieser groß geworden sind laut Definition keine Personen mit Migrationshintergrund, wenn sie nach Deutschland kommen und hier leben.
Wie sich die Betroffenen selbst dabei fühlen und wie sie in ihrem unmittelbaren gesellschaftlichen Umfeld subjektiv gesehen werden, wird bei diesen Definitionen allerdings nicht berücksichtigt.
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